NBIA Disorders Association: Stipendienvergabe 2008

ine gut bekannte NBIA-Forscherin in den Vereinigten Staaten und eine Wissenschaftlerin aus den Niederlanden haben jeweils Forschungsstipendien der NBIA Disorders Association in Höhe von $ 30.000 erhalten, um die Erforschung dieser Erkrankungsgruppe voranzubringen. Die Anschubfinanzierung erhöht die Anzahl der vom Vorstand in den letzten sieben Jahren vergebenen Stipendien auf 13; ihr Gesamtwert beläuft sich auf $ 390.000. Die Stipendien sind das Ergebnis sowohl von Spendenaktionen der Familien in ihren Gemeinden überall in den USA als auch von privaten Spenden. Der Vorstand wählte für die Anschubfinanzierung Projekte, die Dr. Susan Hayflick von der Oregon Health & Science University und Prof. Dr. Ody Sibon vom Medizinischen Zentrum an der Universität Groningen in den Niederlanden eingereicht hatten.

Hayflick und ihr Labor bekamen den Zuschlag für eine Projekt mit dem Titel: „Proteom-Analyse neuroaxonaler Sphäroide“. Obwohl es seit einiger Zeit bekannt ist, dass axonale Sphäroide (kugelförmige Verdickungen an den Nervenfasern, Anm. d. Übersetzerin) in den verschiedenen Formen von NBIA beobachtet werden, ist wenig über ihr Vorkommen und darüber, was sie enthalten, bekannt. Das Axon ist der lang ausgezogene Fortsatz einer Nervenzelle, der die Nervenbotschaft zu einer anderen Stelle übermittelt. Sphäroide erscheinen unter dem Mikroskop als abnorm aufgeblähte, geschwollene Areale in der Nervenfaser. Mit Hilfe neuer Verfahren zur Herauslösung und Sezierung der Sphäroide wird das Hayflick-Labor die verschiedenen Protein-Arten, die darin gefunden werden, analysieren - in der Absicht, mehr über den Prozess zu erfahren, der zu ihrer Entstehung führt. Sphäroide aus Gewebe von Tiermodellen wie auch aus menschlichem Gewebe von Patienten, die PKAN, INAD, atypische NAD und andere NBIA-Formen hatten, sollen untersucht werden. „Wenn wir die Proteine in den Schwellungen verschiedener Tiermodelle und aus menschlichem Gewebe vergleichen, könnten wir die gemeinsamen Bestandteile und den zugehörigen Signalweg finden, welcher der Bildung der axonalen Schwellungen zugrunde liegt. Daraus könnten wir Zielvorgaben für die zukünftige Medikamenten-Entwicklung und Behandlung ableiten“, sagte Dr. Wei-hong Xiong, der sich die meiste Zeit auf dieses Projekt konzentrieren wird. Sibon’s Projekt heißt „Untersuchung des Potenzials von Verbindungen zur Hilfe bei Pantothenat-Kinase-Mangel“. Das Sibon-Labor hat vor kurzem das Modell einer Drosophila (Fruchtfliege) für Pantothen-Kinase assoziierte Neurodegeneration (PKAN) entwickelt, eine der Erkrankungen unter dem Oberbegriff NBIA. PKAN wird durch Defekte im Gen der Pantothenkinase 2 (PANK2) verursacht. Das PKAN-Modell der Drosophila kann jetzt verwendet werden, um grundlegende Einblicke in die Entstehungsmechanismen von PKAN zu erhalten und so dazu dienen, Präparate zu ermitteln, die in der Lage sind, bei krankheitsbedingten Symptomen zu helfen.
Pantothenkinase ist das erste Enzym, das im Stoffwechselprozess, der zur Biosynthese von Coenzym A führt, benötigt wird. Dieser Prozess und die Gene, die die beteiligten Enzyme verschlüsseln, wurden die ganze Evolution hindurch strikt bewahrt. Die Drosophila hat ein PANK-Gen und dieses ähnelt dem PANK2-Gen von Mäusen und Menschen. Drosophila, die Mutationen im PANK-Gen tragen, zeigen Charakteristika wie Neurodegeneration und eine herabgesetzte Lebenszeit. Dass die Fruchtfliege nur ein PANK-Gen hat, Menschen und Mäuse hingegen vier, gestaltet die Grundlagenforschung zur Untersuchung der Frage, welche Konsequenzen eine unterbrochene Pantothen-Kinase-Aktivität hat, sowie die Suche nach Präparaten, die in der Lage sind, vor PKAN-Symptomen zu schützen, wesentlich einfacher.

Vor kurzem wurde im Sibon-Laboratorium ein schützendes Präparat identifiziert, das die Neurodegeneration im PKAN-Modell der Drosophila verlangsamt und die Lebensdauer erhöht. Mit dem Forschungsstipendium und in Zusammenarbeit mit dem Hayflick-Labor, wird die Wirkungsweise dieses Mittels weiter untersucht. Forscher werden auch versuchen herauszufinden, ob dieses Präparat betroffenem Gewebe von PANK-2-Knockout-Mäusen Schutz bietet.

Unser Verein ist voller Hoffnung, dass diese neuen Projekte Einblicke in die NBIA-Erkrankungen geben und unsere Suche nach einer Heilung voranbringen werden.

© www.hoffnungsbaum.de   Freitag, 22. Mai 2009 13:13 kalhoff

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NBIA (HSS) ist eine bislang unheilbare neurologische Erkrankung. Kennzeichnend für alle Formen von NBIA ist eine abnorme Eisenspeicherung im Globus pallidus und in der Substantia nigra. Das sind Teile des Gehirns, die zu den Basalganglien gehören.

NBIA ist die Abkürzung für Neurodegeneration with Brain Iron Accumulation (engl.), also einer Neurodegeneration mit
Eisenspeicherung im Gehirn.

NBIA ist auch als 'Hallervorden-Spatz-Syndrom' (HSS) bekannt.

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