Stipendienvergabe in den USA

Der NBIA-Vorstand hat im Herbst 2007 drei aufregende Projekt-Vorschläge ausgewählt, die jeweils $30.000 für NBIA-Forschungsvorhaben erhalten. Die Empfänger sind Dr. Susan Hayflick von der Oregon Health & Science University, ein vertrauter Name unter denen, die NBIA-Zuschüsse erhalten, und zwei erstmalig mit einem Stipendium geehrte, Paul Kotzbauer von der Washington University und Dr. Soma Das von der Universität von Chicago.

Mit diesen Vergaben sind es 11 Stipendien, die der Vorstand in den vergangenen sechs Jahren vergeben hat. Wieder einmal demonstrieren sie die Bedeutung der privaten Spendensammlungen, die diese Zuschüsse überhaupt erst ermöglichen.

Die Stipendien helfen Wissenschaftlern oft, vorbereitende Informationen für die Forschung zusammenzutragen, so dass sie weitere Finanzmittel von Einrichtungen wie den National Institutes of Health beantragen können. Da NIH-Finanzmittel immer knapper werden, sind diese Zuschüsse von zunehmender Bedeutung, um sicherzustellen, dass die Erforschung der NBIA-Erkrankungen weitergeht.

Dr. Susan Hayflick hat vom NBIA-Vorstand sechs Stipendien in sechs Jahren erhalten. Ihr Projekt „Auf dem Weg zu klinisch anwendbaren Therapeutika bei PKAN“ baut auf 15 Jahren Forschungsfortschritten auf. „Unsere Untersuchung der Familien führte zur Gen-Entdeckung, diese wiederum zu Erkenntnissen über die biochemischen und zellulären Veränderungen, die von Mutationen in PANK2 verursacht werden“, sagte Hayflick. Diese neuen Erkenntnisse über die Veränderungen erlauben Hayflick, Therapien bei einem Mausmodell von PKAN zu testen, das von dem Team des Kooperationspartners Jane Gitschier an der Universität von Kalifornien, San Francisco, entwickelt wurde.

„Mit Penny Hogarth`s Erfahrung mit klinischen Therapeutika ist unser OHSU/UCSF-Forschungsteam nahe daran, den ersten Medikamentenversuch bei diesen Mäusen durchzuführen,“ sagte Hayflick. „Weitere Medi-kamentenversuche bei Tieren werden folgen, mit dem Ziel, diese für klinische Studien bei Menschen weiterzuentwickeln, sobald wir eine vielversprechende Substanz finden. Obwohl die Mäuse keine Dystonie oder Eisenspeicherung im Gehirn zeigen, weisen sie Schlüssel-Merkmale der Krankheit auf, ähnlich denen der PKAN-Patienten, die diese Studien ermöglichen. Dieses Projekt markiert den Beginn einer wichtigen Phase der NBIA-Forschung, da wir uns „von der Entdeckung zur Heilung“ bewegen.

Dr. Paul Kotzbauer`s Projekt „Kombinierte Zerstörung der PANK2 und PLA2G6-Gene bei Mäusen, um ein verbessertes NBIA-Tiermodell zu erzeugen“ habe zum Ziel, eine Mausform zu entwickeln, die die zentralen Merkmale von NBIA hat, wie Kotzbauer sagte. „Ein verbessertes NBIA-Mausmodell würde unsere Fähigkeit verbessern festzulegen, ob ein bestimmter therapeutischer Ansatz mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit hilfreich ist und unsere Entscheidungen lenken, weitere Studien mit klinischen Versuchen zu betreiben“, sagte er.

Labor- oder „Knockout“-Mäuse, die Mutationen in einem der beiden bislang entdeckten NBIA-Gene aufweisen, zeigen Teile der den Krankheiten eigenen Symptomatik, jedoch fehen ihnen die bei allen NBIA-Erkrankungen auftretenden Eisenablagerungen im Globus pallidus, sowie die damit einhergehenden neurodegenerativen Prozesse, erklärte Kotzbauer. "Wir vermuten, dass sich die Funktionen des PANK2 und des PLA2G6 Gens überschneiden und dass, auch wenn ein Gen die Aufgabe des jeweils anderen, zerstörten Gens übernehmen und so den Verlust kompensieren kann, die gleichzeitige Zerstörung beider Gene ausreicht um bei den Mäusen eine Störung herbeizuführen, die dem Verlauf der Erkrankung beim Menschen eher ähnelt", sagte er. "Wir werden Mäuse der beiden Laborstämme über mehrere Generationen hinweg kreuzen, um so Mäuse zu erhalten, die in beiden Genen Mutationen aufweisen. Im nächsten Schritt werden wir typische Merkmale für NBIA mittels neurologischer Tests und mikroskopischer Untersuchung von Hirngewebe nachzuweisen versuchen.

Dr. Soma Das’ Projekt widmet sich der “Deletions- und Duplikationsanalyse des PANK2 und PLA2G6 Gens bei Patienten mit Neurodegeneration mit Eisenablagerung im Gehirn", das die Diagnosestellung bei NBIA-Patienten erleichtern könnte.

Dr. Das erklärte, dass bei einigen Patienten mit für NBIA typischen klinischen Symptomen keine Mutationen auf den betreffenden Genen nachgewiesen wurden, so dass die Diagnose ungewiss bleibe.

War bisher die "DNA-Sequenzierung die gängige Methode, um Gen-Mutationen bei NBIA-Patienten zu testen und nachzuzweisen, so blieben doch bestimmte Mutationstypen wie Deletionen und Duplikationen innerhalb des PANK2 und des PLA2G6 Gens unentdeckt", so Das. "Wir werden neuere Methoden der DNA-Analyse zum Einsatz bringen, die auch diese Formen der Mutationen ans Licht bringen. So könnten wir in der Lage sein, auch bei Patienten, die bisher ohne genetischen Befund sind, die Mutationen nachzuweisen. Unsere Untersuchungen sollten so in die Entwicklung eines umfassenderen Testverfahrens zur Erkennung von NBIA münden."[...]

© www.hoffnungsbaum.de   Donnerstag, 21. Mai 2009 13:11 kalhoff

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NBIA (HSS) ist eine bislang unheilbare neurologische Erkrankung. Kennzeichnend für alle Formen von NBIA ist eine abnorme Eisenspeicherung im Globus pallidus und in der Substantia nigra. Das sind Teile des Gehirns, die zu den Basalganglien gehören.

NBIA ist die Abkürzung für Neurodegeneration with Brain Iron Accumulation (engl.), also einer Neurodegeneration mit
Eisenspeicherung im Gehirn.

NBIA ist auch als 'Hallervorden-Spatz-Syndrom' (HSS) bekannt.

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