Besteht aufgrund des klinischen Verlaufs ein Verdacht auf NBIA mit
oder ohne PKAN, ist eine molekulargenetische Untersuchung sinnvoll.
Sie ist in Deutschland an folgenden Instituten möglich:
Gentest auf NBIA und INAD am Institut für Humangenetik der TU
München
Die Münchener Forschergruppe, die sich bereits seit Jahren
intensiv mit den PANK2-Mutationen bei NBIA befasst, screent im Rahmen
eines Forschungsprojektes Patienten-Proben im PLA2G6-Gen. In Frage
kommen jetzt auch Patienten, die die klinische (Verdachts-) Diagnose
Seitelberger-Erkrankung (Infantile Neuroaxonale Dystrophie = INAD)
oder NBIA ohne Mutationen im Gen PANK2 haben.
Betroffene bzw. behandelnde Ärzte wenden sich bitte an das
HelmholtzZentrum
München:
HelmholtzZentrum München / Forschungszentrum für
Gesundheit und Umwelt
Institut für Humangenetik
Dr. Holger
Prokisch
Ingolstädter Landstr. 1
85764 Neuherberg
Tel.
089 3187-2890
Betroffene mit der Verdachtsdiagnose „Seitelberger“ oder
„NBIA“, die sich mit einer Blutspende an dem Projekt beteiligen,
bzw. deren behandelnde Ärzte können anschließend beim
Institut für Humangenetik das Testergebnis erfragen.
Denjenigen, die in Zukunft die Verdachtsdiagnose „Seitelberger“
oder „NBIA ohne PKAN“ erhalten, erspart der molekulargenetische
Test auf PLA2G6 vielleicht die Haut-, Nerven- oder Muskelbiopsie, mit
der bislang die für das Krankheitsbild charakteristischen
Axon-Schwellungen festgestellt werden.
Ruhr-Universität Bochum - Abteilung für
Humangenetik
Prof. Dr. med. J.T. Epplen / z.Hd. Frau G. Rodepeter
MA 5/144
44780 Bochum, Tel. 0234/ 32-23839, Fax: 0234/ 32-14196
Ein Begutachtungsauftrag ist abrufbar unter
http://mhg.uni-bochum.de
Ein Gentest stellt nicht nur fest, ob überhaupt Mutationen
auf dem PANK 2-Gen auf Chromosom 20 zu finden sind, sondern auch,
welche dies sind. Aufgrund der Untersuchung von mehr als 120
NBIA-Patienten stellt Frau Dr. Hayflick bereits vorsichtige
Verbindungen her zwischen der Art der Mutationen im PANK 2 - Gen und
dem voraussichtlichen Krankheitsverlauf. Auch lassen sich aus dem
Ergebnis des Gentests möglicherweise erste Schlüsse ziehen
über eine Restaktivität des Enzyms Pantothen-Kinase. Diese
Kenntnis wiederum gibt vielleicht Hinweise darauf, ob ein
Therapieversuch mit Pantothensäure (B 5) Aussichten auf Erfolg
haben könnte oder eher nicht.
Außerdem ist NBIA/PKAN insgesamt so wenig erforscht, dass
jede Information die Kenntnis darüber erweitert und dazu
beitragen kann, dass die Betroffenen vielleicht irgendwann einmal
wirksame Hilfe finden oder gar geheilt werden können.
Nach unserem Kenntnisstand übernehmen die Krankenkassen die
Kosten für eine Gen-Analyse. Sollte es dennoch Probleme geben,
dürfte ein Widerspruchsverfahren Aussicht auf Erfolg haben. Wir
helfen gerne weiter. Sie können sich in dieser Frage jederzeit
an unseren Verein wenden