PKAN Online-Treffen am 25.09.2024 – jetzt anmelden!

PKAN Online-Treffen am 25.09.2024 – jetzt anmelden!

Liebe Familien,

der Austausch unter Betroffenen bzw. deren Familien kann unglaublich wertvoll sein. Mit der Zeit sammeln Betroffene ein enormes Wissen an, von dem auch andere profitieren könnten. Daher hat Hoffnungsbaum ein neues Format ins Leben gerufen, das Betroffene und ihre Familien zusammenbringt.

Wir bieten an, dass sich pflegende Angehörige und betroffene Familien zu einem virtuellen Treffen zusammenfinden, kennenlernen und von ihren Erfahrungen erzählen. Hier stehen also die Menschen im Mittelpunkt, die sich täglich den Herausforderungen stellen. Verarbeiten Sie eine neue Diagnose oder managen Sie den Alltag mit NBIA? Alle können hier ihre Sichtweisen schildern und hilfreiche Tipps vermitteln. Damit alle Teilnehmenden von den Gesprächen profitieren, werden sich diese Treffen jeweils auf eine NBIA-Erkrankung beschränken. In unserem nächsten Online-Treffen geht es um PKAN.

Wir haben dafür Mittwoch, den 25.09.2024 ab 20 Uhr reserviert und gehen von einer Dauer von 60 Minuten aus. Das virtuelle Treffen wird per Zoom stattfinden. Mitglieder des Vorstands von Hoffnungsbaum werden das Treffen moderierend unterstützen, aber auch selbst als Betroffene mitdiskutieren.

Bitte beachten Sie, dass wir eine vertrauensvolle Umgebung anbieten möchten. Deswegen zeichnen wir das Treffen natürlich nicht auf. Mit einer Teilnahme verpflichten Sie sich, die Gespräche vertraulich zu behandeln.

Online-Treffen für PKAN-Familien
25.09.2024
20 Uhr, Dauer ca. 60 min

Bitte melden Sie sich bis zum 25.09.24, 12 Uhr unter folgendem Link an. Den Konferenz-Link zur Teilnahme verschicken wir dann spätestens bis 18 Uhr am selben Tag.

https://cloud.hoffnungsbaum.de/apps/forms/s/H7pjM4Dtyfy565LWeeeJHPck

Treffen zu den anderen NBIA-Erkrankungen werden folgen.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Viele Grüße
Ihr Hoffnungsbaum-Team

 

 

Rücktrittsforderungen zeigen Wirkung – KV-Chef Heckemann wird abgesetzt

Rücktrittsforderungen zeigen Wirkung – KV-Chef Heckemann wird abgesetzt

Achse

In einem offenen Brief hatte unser Dachverband, die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e.V., die Absetzung von Klaus Heckemann, dem bis dahin Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung in Sachsen nach dessen umstrittenen Äußerungen zu einer „Eugenik in ihrem besten und humansten Sinne“ gefordert. Hoffnungsbaum e.V. unterstützte diese Forderungen in den sozialen Medien, wie auch viele weitere Organisationen und Personen. Die Empörung zeigte Wirkung und Heckemann wurde abgewählt: https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/dresden-radebeul/kv-chef-verliert-amt-heckemann-humangenetik-eugenik-100.html

In der Berichterstattung wurde das Thema meist auf Heckemanns Wortwahl reduziert. Der offene Brief der Achse zeigt aber weitere Aspekte auf, warum Heckemanns Zukunftsvision für uns inakzeptabel ist:

Stellungnahme ACHSE an die KV Sachsen

Stellungnahme zum Editorial der KVS-Mitteilungen 05-06/2024 von Dr. Klaus Heckemann – Offener Brief der ACHSE an die Mitglieder der KV Sachsen vom 22.08.2024

Wir fordern die sofortige Abberufung von Dr. Klaus Heckemann aus dem Amt als Vorstandsvorsitzendem Ihrer KV.

Im Editorial der KVS-Mitteilungen 05-06/2024 hat Herr Dr. Heckemann in seiner Funktion als Vorsitzender Ihrer KV die Befürchtung geäußert, dass die in den letzten Jahren erlangten Fortschritte in der genetischen Diagnostik bei gleichzeitiger Reduzierung der Kosten zu einem Anstieg an humangenetischen Untersuchungen bei schweren erblichen Krankheiten führen und damit die gesetzlichen Krankenkassen finanziell überfordern könnten – auch weil diagnostizierte Patientinnen und Patienten auf diesem Wege Zugang zu geeigneten, ggf. hochpreisigen Therapien, wie Gentherapien, erlangen könnten. Er fordert eine strenge Indikationsstellung, Mitverantwortung der Ärzte, die die genetischen Untersuchungen vornehmen, Transparenz bei der Leistungserbringung. Damit die Kosten der Mutationssuche „drastisch reduziert“ werden können, beschreibt er eine Zukunftsvision, in der Frauen mit Kinderwunsch eine „komplette Mutationssuche nach allen autosomal-rezessiven vererbbaren schweren Erkrankungen“ angeboten wird. Liege bei beiden Elternteilen ein positives Ergebnis vor, könne mit der sich anschließenden In-Vitro-Fertilisation und Präimplantationsdiagnostik das „Risiko der Geburt eines schwerstkranken Kindes ausgeschlossen werden“. Auf diesem Weg, den er als „Eugenik in ihrem besten und humansten Sinne“ bezeichnet, solle zum einen den Betroffenen Leid, eingeschränkte Lebenszeit und Lebensqualität, zum anderen der GKV Kosten erspart werden.

Wir, die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e.V., vertreten als Dachorganisation gemeinsam mit unseren Mitgliedern, den über 140 krankheitsspezifischen Patientenorganisationen, die Interessen der Betroffenen mit chronischen seltenen Erkrankungen unterschiedlichen Alters. Die meisten dieser in der Regel schweren Erkrankungen haben eine genetische Ursache.
Vor dem Hintergrund der NS-Verbrechen an Menschen mit Behinderungen und kranken Menschen sind diese Äußerungen, die einer „Eugenik von oben“ das Wort reden, insbesondere geäußert in seiner Funktion als Vorsitzender der KV Sachsen, mehr als untragbar und auf die schmerzlichste Weise mit der ärztlichen Ethik unvereinbar. Auch haben der Vorsitzende persönlich sowie die KV Sachsen als ärztliche Institution die Regelungen der Deklaration von Genf des Weltärztebundes einzuhalten. Diese besagt unter anderem: „Ich werde den höchsten Respekt vor menschlichem Leben wahren.“

Wir als Gesellschaft verantworten die Rahmenbedingungen, die darüber entscheiden, was die Lebensqualität aller unserer Mitmenschen, auch mit Behinderung oder chronischer Erkrankung, ausmacht. Wir betrachten es als Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigungen und der entsprechenden medizinischen Fachverbände, ihre niedergelassenen Mitglieder in die Lage zu versetzen, zum richtigen Zeitpunkt die Indikation für eine genetische Diagnostik stellen zu können und dann die Patientinnen und Patienten den passenden Einrichtungen zur Durchführung der Diagnostik zuzuführen. Beispielhaft sei an dieser Stelle der Medizinische Dienst Bund aufgeführt, der für seine Gutachterinnen und Gutachter seit einigen Jahren ein mehrtätiges Genetikseminar als Fortbildungsmaßnahme eingeführt hat.

Darüber hinaus wäre viel gewonnen, wenn die Kolleginnen und Kollegen in der Niederlassung das Angebot der 37 universitären Zentren für Seltene Erkrankungen, sich auch Patientinnen und Patienten mit noch unklarer Diagnose annehmen, wahrnehmen und nutzen würden. Leider hat auch nach zahlreichen Awarenessmaßnahmen eine ernüchternde Zahl von Ärztinnen und Ärzten immer noch keine Kenntnis über die Angebote und Aufgaben dieser Zentren für Seltene Erkrankungen, wie die aktuelle Erhebung des BMG aus 2023 belegt . Dies ist mit der wichtigen Rolle von Primärversorgern aus unserer Sicht nicht vereinbar.
Eltern haben heute schon die Möglichkeit, pränatale Diagnostik in Anspruch zu nehmen und sich im Rahmen einer genetischen Beratung darüber zu informieren, ob bei ihrem Kind eine krankheitsrelevante genetische Veränderung vorliegt und welche Auswirkungen diese hat – und daraus dann Schlüsse/Handlungen abzuleiten.

Herr Dr. Heckemann maßt sich an, über die Lebensqualität von Betroffenen von schweren genetischen Erkrankungen zu urteilen und sich darüber zu erheben. Von unseren Mitgliedern wissen wir: Es sind nicht per se die mit den Erkrankungen einhergehenden körperlichen Beschwerden, Einschränkungen und Behinderungen, die das Leid für die Patientinnen und Patienten und ihre Familien ausmachen und ihre Lebensqualität einschränken. Es sind nicht zuletzt Artikel wie der von Dr. Heckemann, die neben ökonomischen Zwängen und den andauernden, zermürbenden Kämpfen darum, gesetzliche Ansprüche in unserem komplexen Gesundheitssystem geltend zu machen und berechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu erlangen, die die Betroffenen als unwürdig und degradierend empfinden.

Wir halten die zitierte breit angelegte Mutationssuche für falsch. Bei einer solchen würden Mutationen nicht, wie beschrieben, in Ausnahmefällen, sondern regelhaft gefunden werden, weil jeder Mensch solche klinisch unauffälligen Anlagen für schwere rezessive Erbkrankheiten in sich trägt! Dies hätte eine große Verunsicherung bei den Betroffenen zur Folge. Daraus würden ein enormer Beratungsbedarf und Kosten resultieren. Die Frage, wie eine „schwere“ Erkrankung zu definieren wäre, bleibt dabei ungelöst.

Die immensen Kosten der vorgeschlagenen In-Vitro-Fertilisation und Präimplantationsdiagnostik (PID) werden genauso wenig diskutiert, wie deren fragliche Erfolgsrate und die damit einhergehenden leidvollen psychischen Belastungen für die Eltern.

Was uns jenseits dieser kolossalen Fehleinschätzung aber besonders betroffen macht, ist die Vision Ihres Vorsitzenden, dass die breite Anwendung der genetischen Diagnostik „Eugenik in ihrem besten und humansten Sinn“ sei. Dieser Begriff stammt aus der pseudowissenschaftlichen Rhetorik des letzten und vorletzten Jahrhunderts und hat in einer modernen Medizin nichts zu suchen.

Es ist den besonderen Fortschritten und technischen Entwicklungen in der human-genetischen Diagnostik zu verdanken, dass die mit einer Seltenen Erkrankung oft einhergehende und teilweise jahrelang andauernde Phase der „unklaren Diagnose“ entscheidend verkürzt wird. Patientinnen und Patienten müssen so nicht mehr die große Unsicherheit, Verzweiflung, zahlreichen Arztbesuche, Fehldiagnosen und -therapien erleiden, und sie können früher von geeigneten therapeutischen Maßnahmen profitieren. Für die ca. 8.000 Seltenen Erkrankungen gibt es bisher nur 150 sog. Orphan Drugs, also krankheitsspezifische Medikamente. Auch hierbei profitieren Betroffene von neuen Entwicklungen, wie Gen- und Zelltherapien, die zweifellos hochpreisig sind. Dies tun aber auch die weitaus zahlreicheren Patientinnen und Patienten mit häufigen genetischen Tumorerkrankungen, denen im Zuge von personalisierter Medizin elaborierte Therapien zuteilwerden.

Dem Wirtschaftlichkeitsgebot der GKV entsprechend erfolgt die Indikationsstellung zur Abklärung einer Seltenen Erkrankung oder einer unklaren Diagnose mit Verdacht auf eine Seltene Erkrankung an den in die universitären Zentren für Seltene Erkrankungen eingebundenen Humangenetischen Instituten seit 2021 nach einem mit vielen Krankenkassen abgestimmten strikten und bereits bewährten strukturierten Patientenpfad, im Rahmen interdisziplinärer Fallbesprechungen. Dieser wird auch im Modellvorhaben §64 e SGB V zukünftig so fortgeführt.

Aus den vorgenannten Gründen halten wir Herrn Dr. Heckemann für nicht tragbar im Amt des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen. Er sollte unverzüglich abberufen werden oder zurücktreten.

Berlin, 22.08.2024

Der Brief ist gezeichnet von Geske Wehr, ACHSE Vorsitzende sowie Dr. Christine Mundlos, stellvertretende Geschäftsführerin, ACHSE Lotsin und Leiterin ACHSE Wissensnetzwerk und Beratung.

 

Quellennachweis:

[1]https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/BAEK/Themen/Internationales/Bundesaerztekammer_Deklaration_von_Genf_04.pdf

[1]https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Gesundheit/Berichte/seltene_erkrankungen_bf.pdf

Original: https://www.achse-online.de/de/was_tut_ACHSE/stellungnahmen/Stellungnahme-ACHSE-an-die-KV-Sachsen.php

Globale Zusammenarbeit führt zu Fortschritten in der MPAN-Forschung

Globale Zusammenarbeit führt zu Fortschritten in der MPAN-Forschung

Im November 2022 vergab Hoffnungsbaum e.V. zusammen mit den Schwesterorganisationen NBIA Disorders Association (NBIA DA) in den USA, Associazione Italiana Sindromi Neurodegenerative da Accumulo di Ferro (AISNAF) in Italien und Stichting Ijzersterk in den Niederlanden zwei Stipendien zur Erforschung der Mitochondrien-Membranprotein-assoziierten Neurodegeneration (MPAN) in Höhe von jeweils 70.000 US-Dollar (https://www.hoffnungsbaum.de/zwei-mpan-projektfoerderungen-vergeben/). Diese einjährigen Zuschüsse wurden auf der Grundlage von Prioritäten vergeben, die während eines MPAN-Workshops festgelegt wurden, der Teil einer MPAN-Forschungslandschaftsanalyse war, welche ebenfalls von denselben Organisationen finanziert wurde.

Prof. Lena Burbulla
Ludwig-Maximilians-Universität München
München, Deutschland

Prof. Lena Burbulla von der Ludwig-Maximilians-Universität München und Dr. Rajnish Bharadwaj vom Medical Center der University of Rochester in New Jersey, haben kürzlich ihre Forschungsarbeiten im Rahmen dieser Förderung abgeschlossen und berichten beide über vielversprechende Ergebnisse.

Burbullas Forschung umfasste die Modellierung von MPAN auf Zellebene, um neue zugrundeliegende Mechanismen zu entdecken, die die Pathologie bei MPAN bestimmen. Zu diesem Zweck verwendete ihr Labor induzierte pluripotente Stammzellen (iPSC), die aus den Hautzellen von MPAN-Patienten gewonnen wurden.

Die Gehirne von MPAN-Patienten weisen einen massiven Verlust von Nervenzellen in bestimmten Regionen auf, vor allem in einer Region des Mittelhirns, der Substantia Nigra. Hier ist der Verlust von Zellen, die den Neurotransmitter Dopamin produzieren, beträchtlich, und es wird vermutet, dass dieser für die große Mehrheit der klinischen Symptome verantwortlich ist. Daher verwendete Burbullas Team Stammzellen von MPAN-Patienten und wandelte sie in mittelhirnspezifische dopaminerge Nervenzellen um, also die Art von Zellen, die im Gehirn von MPAN-Betroffenen degenerieren, um Mechanismen zu identifizieren, die speziell diesen anfälligen Zelltyp betreffen.

Sie waren in der Lage, wichtige Aspekte der Krankheitspathologie in den Gehirnen von Patienten zu rekapitulieren, was die von Patienten stammenden dopaminergen Nervenzellen in der Petrischale zu einem wertvollen Modell für die Untersuchung krankheitsspezifischer Phänotypen macht.

Sie beobachteten auch eine Anhäufung von Alpha-Synuclein, einem präsynaptischen Protein, von dem bekannt ist, dass es sich in den Gehirnen von MPAN-Patienten ansammelt, was ein Merkmal für Eisenfehlregulierung, welche letztlich zu einer Eisenansammlung führt, ist. Sie stellten außerdem axonale Schwellungen fest, welche auch in postmortalen Gehirnbiopsien beobachtet wurden.

Weitere, davon unabhängige Proteinanalysen ergaben, dass einige mitochondriale Schlüsselproteine dysreguliert und mehrere Proteine, die mit Neurotoxizität und der Aktivierung der Immunantwort des Gehirns in Zusammenhang stehen, verstärkt sind. Diese einzigartige Proteinsignatur könnte einen ersten Einblick geben, warum dopaminerge Nervenzellen im Gehirn von Patienten besonders anfällig sind und degenerieren.

Burbulla erklärt, dass einer der vielversprechendsten Vorteile menschlicher iPSCs ihre Eignung als patientenspezifisches Krankheitsmodell ist, das die Möglichkeit bietet, tiefere Einblicke in Krankheitsmechanismen und -verläufe zu gewinnen. In dieser Studie konnten sie zeigen, dass aus iPSC gewonnene Nervenzellen von MPAN-Patienten Aspekte der menschlichen Krankheitspathologie wiedergeben und daher als wertvolles Modell für ein besseres Verständnis der krankheitsspezifischen Mechanismen dienen.

Burbulla plant die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse und hofft, weitere Studien mit von Patienten abgeleiteten Krankheitsmodellen durchführen zu können, in der Hoffnung, neue therapeutische Ansätze zur Bekämpfung von MPAN zu finden.

Dr. Rajnish Bharadwaj
University of Rochester Medical Center
Rochester, New Jersey

Bharadwajs Forschung verwendete Fruchtfliegenmodelle, die ein Gen namens Nazo tragen, dessen menschliche Entschprechung C19orf12 ist, welches beim Menschen für MPAN verantwortlich ist. Anhand dieser Fruchtfliegen konnte Bharadwaj zeigen, dass das Nazo-Protein für die Aufrechterhaltung von Lipidtröpfchen erforderlich ist, die Speicherstellen für Triglyceride (Fett) sind. Fehlt es, sind Proteine, die an der Eindämmung der Fettverwertung (durch Lipolyse) beteiligt sind, vermindert. Der Verlust des Nazo-Gens hat erhebliche Auswirkungen auf die Lebensspanne und die Gesundheit der Fliege.

Bharadwaj arbeitet an einem tieferen Verständnis der Veränderungen in den Lipidtropfen bei Fliegen, denen das Nazo-Gen fehlt. Interessanterweise ist das menschliche C19orf12-Protein im Fettgewebe stark angereichert. Die Ergebnisse von Bharadwaj deuten darauf hin, dass Lipidanomalien zur Neurodegeneration beim Menschen beitragen können.

Bharadwaj hat bereits eine Arbeit über seine Ergebnisse veröffentlicht, die hier zu finden ist: https://journals.plos.org/plosgenetics/article?id=10.1371/journal.pgen.1011137

Er plant, die mit diesem Stipendium gesammelten Daten zu nutzen, um Forschungsgelder bei den National Institutes of Health (NIH) für die Fortführung der Arbeit zu erhalten. Es ist zu hoffen, dass diese Studie die Grundlage für künftige Untersuchungen zur Rolle des menschlichen C19orf12-Proteins bei NBIA bildet.

Hoffnungsbaum e.V. setzt sich gemeinsam mit ihren internationalen Partnern der NBIA-Allianz weiterhin dafür ein, die Forschung voranzutreiben, die uns dem Verständnis und letztlich der Heilung von MPAN näher bringt. Wir feiern diese Fortschritte von Burbulla und Bharadwaj und freuen uns auf weitere Durchbrüche, die das Leben der von NBIA-Erkrankungen Betroffenen verbessern werden.

 

Angepasste Übersetzung eines Artikels von Patricia Wood aus dem Newsletter der NBIA Disorders Association vom Juli 2024
https://nbiadisorders.org/news-events/nbia-newsletters/

 

BPAN-Forscher entwickelt Stammzellmodell und wartet auf Finanzierung für geplantes Medikamentenscreening

BPAN-Forscher entwickelt Stammzellmodell und wartet auf Finanzierung für geplantes Medikamentenscreening

Dr. Paul Lockhart vom Murdoch Children’s Research Institute in Melbourne, Australien, sagt, dass seine BPAN-Forschung zwar ein wichtiges „Gehirnzellen“-Modell unter Verwendung von Stammzellen betroffener BPAN-Personen entwickelt hat, sein nächster Schritt – das Screening (systematische Reihentests) von Medikamenten für die Behandlung – aber noch auf eine ausreichende Finanzierung wartet.

Dr. Paul Lockhart

Lockhart erhielt im Februar 2020 60.561 Dollar aus dem Förderprogramm „2019 Million Dollar Bike Ride“ (MDBR), das US-Familien unterstützt haben. Er plante, das Arzneimittelscreening nach seinen ersten Erkenntnissen durchzuführen, aber die Pandemie führte zu Personalknappheit und viel höheren Kosten für das Arzneimittelscreening als erwartet. Infolgedessen hat er in diesem Frühjahr 25.814 Dollar an nicht ausgegebenen Mitteln zurückgegeben. Dieses Geld wurde zu den diesjährigen Spenden für das von der University of Pennsylvania gesponserte MDBR hinzugefügt und wird nun zur Finanzierung von zwei BPAN-Forschungsstipendien in Höhe von 60.000 Dollar im Rahmen der aktuellen Ausschreibung beitragen.

Lockhart sagt, dass das Modell, das er mit Stammzellen von BPAN-Patienten entwickelt hat, dazu dienen wird, 3.000 von der Food and Drug Administration (FDA) zugelassene Substanzen auf der Suche nach einer BPAN-Behandlung zu untersuchen. Der Screening-Prozess wird eine mehrjährige Finanzierung erfordern, um Medikamente zu identifizieren, die die normale Zellfunktion, die so genannte Autophagie, wiederherstellen können, d. h. den Abbau und das Recycling in geschädigten Zellen.

Lockharts Projekt trug den Titel „Entwicklung neuartiger menschlicher Stammzellmodelle von BPAN für die Krankheitsmodellierung und das Arzneimittelscreening“ und war Teil eines größeren Projekts, das die erste Forschung zu BPAN in Australien war. Es wurde 2019 durch eine anonyme Spende in Höhe von 200 000 Dollar zu Ehren von Angus Hunter ermöglicht, der an BPAN leidet. Die Hunters leben in Melbourne und setzen sich aktiv dafür ein, das Bewusstsein für BPAN zu schärfen und Mittel für die BPAN-Forschung bereitzustellen.

Lockharts Team verwendete Hautzellen von sechs betroffenen Kindern. Diese Proben wurden in induzierte pluripotente Stammzellen (iPSC) umgewandelt, die dann in fast jede Art von menschlichen Zellen umgewandelt werden können.

Das Team veränderte das Gen, um eine identische, passende (isogene) iPSC zu erzeugen, die die genetische Veränderung, die BPAN verursacht, korrigiert. Die Forscher wandelten diese identischen Paare in einer Laborschale in Gehirnzellen um und analysierten sie, um festzustellen, welche Auswirkungen die genetische Veränderung auf die Zellstruktur und -funktion hatte. Diese biochemischen Studien untersuchten, wie gut der Autophagie-Prozess in den mutierten Zellen funktionierte.

Lockhart, der auf der Familienkonferenz der NBIA Disorders Association 2021 über diese Arbeit sprach, sagte, dass aus den iPSC eine Methode zur erfolgreichen Erzeugung von Neuronen und auch Glia-Zellen entwickelt wurde, die im Wesentlichen normal funktionieren. Dies zeigte, dass die genetische Veränderung keine signifikanten Auswirkungen auf die Fähigkeit der Zellen hatte, zu überleben, sich in verschiedene Arten von Gehirnzellen umzuwandeln und die Verbindungen zwischen Zellen zu bilden, die für die Gehirnfunktion entscheidend sind.

Darüber hinaus zeigte die Analyse des Autophagie-Stoffwechsels, dass dieser bei den betroffenen Zellen im Vergleich zu den Kontrollpersonen nicht richtig funktionierte. Dieser Befund bestätigte, dass das iPSC-Modell das wiedergeben kann, was in anderen Zell- und Tiermodellen beobachtet wurde, und zeigt seine Nützlichkeit als präklinisches Modell zum Verständnis der Auswirkungen von BPAN auf die Gehirnfunktion. Obwohl Lockhart nicht in der Lage war, weitere Studien durchzuführen, konnte seine Gruppe nachweisen, dass Rapamycin, ein von der FDA zugelassenes Medikament, die Autophagie-Aktivität in dem Modell steigern kann.
Dieses präklinische „Gehirnzellen“-Modell von BPAN ist wichtig, so Lockhart, weil es „bedeutet, dass wir die Gehirnzelltypen erzeugen können, die bei Personen mit BPAN spezifisch betroffen sind. Dazu gehören kortikale Neuronen, die für die kognitive Funktion wichtig sind, und dopaminerge Neuronen, die für die Bewegung wichtig sind“.

Lockhart plant, seine Ergebnisse zu veröffentlichen und wird ein Medikamentenscreening durchführen, sobald die Finanzierung gesichert ist.

Übersetzung des Originalartikels von Patricia Wood aus dem September-Newsletter der NBIA DA:
https://www.nbiadisorders.org/images/newsletters/NBIA_Disorders_Association_September_2023_Newsletter.pdf

Versorgungsleitlinien für PLAN/INAD sind nun in Arbeit

Versorgungsleitlinien für PLAN/INAD sind nun in Arbeit

Übersetzung eines englischen Artikels von Patricia Wood

Dank der Unterstützung von vier Organisationen, die das Projekt finanzieren, sind nun Konsensleitlinien für die Behandlung und Versorgung bei einer Form von NBIA, die als PLAN oder PLA2G6-assoziierte Neurodegeneration bekannt ist, in Arbeit.

Dies ist die dritte NBIA-Erkrankung, für die Forscher bewährte Verfahren entwickelt haben. Bei den beiden anderen handelt es sich um häufigeren Formen von NBIA, PKAN und BPAN. PLAN umfasst ein breites Spektrum von Symptomen, und je nach Alter der Betroffenen und ihrer Symptome können sie in einen von drei Subtypen eingeteilt werden: INAD, aNAD oder PLA2G6-bedingter Dystonie-Parkinsonismus.

Vier Organisationen haben sich zusammengetan, um „Bewährte Verfahren in der Versorgung und Behandlung von Menschen mit PLAN“ zu unterstützen. Neben der NBIA Disorders Association sind dies die INADcure Foundation, eine in den USA ansässige gemeinnützige Organisation, die sich für Menschen mit INAD und anderen Unterformen von PLAN einsetzt, sowie die NBIA-Schwesterorganisationen Associazione Italiana Sindromi Neurodegenerative da Accumulo di Ferro (AISNAF) in Italien und Hoffnungsbaum e.V. in Deutschland.

Bild: Dr. Susan Hayflick von der OHSU

Dr. Susan Hayflick von der OHSU ist die leitende Forscherin und arbeitet mit ihren Kollegen Dr. Jennifer Wilson als Hauptautorin und Allison Gregory, MS, als Projektleiterin zusammen. Diese Gruppe hat auch die Versorgungsleitlinien für PKAN und BPAN entwickelt.

Hauptziel dieses Projekts ist es, Kliniker über das bestmögliche und akzeptabelste Vorgehen bei Diagnose, Versorgung oder Behandlung von PLAN und seinen drei Subtypen zu beraten. Da INAD die häufigste Form von PLAN ist, wird sich ein größerer Teil der Leitlinie wahrscheinlich auf diesen Subtyp konzentrieren.

Es werden bewährte Verfahren in den folgenden Bereichen behandelt: diagnostische Beurteilung, Erstbehandlung, pharmakologische und chirurgische Versorgung, Beobachtung im Hinblick auf Krankheitskomplikationen, Notfallmanagement, pädagogische Begleitung, Ernährung, psychosoziale Unterstützung und alle weiteren von den Teilnehmern genannten Bereiche.

Auch andere führende PLAN-Experten werden um Beiträge gebeten, ebenso wie ausgewählte Eltern, Betreuer und die finanzierenden Patientenorganisationen. Die Mitglieder der größeren Patienten- und Familiengemeinschaft und andere Patientenorganisationen werden aufgefordert, den endgültigen Entwurf der Leitlinie innerhalb von zwei Wochen zu prüfen und zu kommentieren.

Das Projekt wird etwa 12 Monate in Anspruch nehmen, um einen Entwurf zur Veröffentlichung vorzulegen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 50.308 US-Dollar, die sich aus den Personalkosten zusammensetzen, die die Zeit und Arbeit des Projektteams mit seinem Fachwissen, der Projektleitung und der Koordination abdecken. Weitere Kosten sind die Veröffentlichungsgebühren für den freien Zugang der Öffentlichkeit zu dem Papier und die Reisekosten für die Präsentation der Ergebnisse auf zwei Tagungen innerhalb eines Jahres nach der Veröffentlichung.

Übersetzt aus: Dezember-Newsletter 2022 der NBIA Disorders Association, S. 4/5:
https://www.nbiadisorders.org/news-events/nbia-newsletters/62-2022-newsletters/477-2022-december-newsletter

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

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