Genetik von NBIA

Hier haben wir Grundlagen zu genetischen Fragen in Bezug auf NBIA zusammengestellt.

Die hier bereitgestellten Informationen können nur eine grobe Orientierung bieten und decken nicht jeden Einzelfall ab, weshalb wir allen betroffenen Familien dringend empfehlen, eine genetische Beratung in Anspruch zu nehmen. Wenden Sie sich bitte an das Genetiklabor, das auch die NBIA-Diagnose gestellt hat. Die Kosten übernimmt in der Regel die Krankenkasse.

NBIA ist genetisch sehr vielfältig. Mehr als 10 genetische Varianten sind bis jetzt in der Fachliteratur beschrieben (siehe NBIA-Formen). Weitere genetische Ursachen werden derzeit erforscht. NBIA-Erkrankungen, die (noch) keinem der bekannten Gene zugeordnet werden können, nennt man idiopathische NBIA.

Die menschlichen Gene liegen im Normalfall auf 46 Chromosomen, jeweils 23 von der Mutter und vom Vater. 22 dieser Chromosomenpaare bezeichnet man als Autosomen, 1 Chromosomenpaar nennt man Geschlechtschromosomen (Gonosomen, X/Y). Normalerweise tragen wir zwei funktionierende Kopien jedes Gens in uns, eines von der Mutter, eines vom Vater. Die Karyogramm rechts zeigt sortiert alle 23 Chromosomenpaare eines Mannes.

Vererbung der meisten NBIA-Formen

Wenn eine Kopie eines rezessiven Gens eine Veränderung (Mutation) in sich birgt, ist der „Träger“ der Mutation zwar gesund, kann aber das mutierte Gen vererben. Rezessive Erkrankungen treten nur auf, wenn beide Eltern Träger für dasselbe Leiden sind und dann diese mutierten Gene an ihre Kinder weitergeben. Rein statistisch gesehen liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:4 (25%), dass zwei Träger ein von NBIA betroffenes Kind bekommen, bei 2:4 (50%), ein Kind zu bekommen, das ebenfalls Träger ist, und bei 1:4(25%), ein Kind zu bekommen, an das die Genmutation nicht weitervererbt worden ist. Die meisten NBIA-Formen werden auf diese Weise, also autosomal-rezessiv, vererbt.

Vererbung von Neuroferritinopathie

Eine NBIA-Form wird autosomal-dominant vererbt (Neuroferritinopathie). D.h. es reicht die Vererbung einer mutierten Genkopie von einem in der Regel selbst betroffenen Träger, um die Erkrankung hervorzurufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Betroffener das veränderte Gen an eines seiner Kinder weiterreicht, liegt bei 1:2 (50%).

Neumutation bei BPAN

Ein weiterer NBIA-Subtyp geht mit dominanten Neumutationen (De Novo Mutationen) im Gen WDR45 im X-Chromosom einher, die Beta-propeller Protein-Assoziierte Neurodegeneration, kurz BPAN. Diese Form wird in der Regel nicht von einem Elternteil vererbt (Es sind Einzelfälle von Vererbung der Mutation von mutationstragenden Müttern auf ihre betroffenen Söhne bekannt.), sondern die Mutation kommt neu in einem X-Chromosom von Betroffenen vor. Die Mutation kann in den Keimzellen der Eltern, Spermium oder Eizelle, oder in der frühen Entwicklung der befruchteten Eizelle im Mutterleib neu auftreten. Da es viel mehr weibliche als männliche Patienten mit BPAN gibt, ist davon auszugehen, dass den Mädchen das zusätzlich vorhandene X-Chromosom hilft, den Funktionsverlust des WDR45-Gens etwas besser auszugleichen, während bei Jungen, die ja nur ein X-Chromosom haben, vermutet wird, dass sie oft die Schwangerschaft nicht überleben.

Quellen:
Patientenorientierte Krankheitsbeschreibung aus dem ACHSE Netzwerk (Deutsch)

Das Karyogramm ist gemeinfrei und wurde Wikipedia entnommen: https://de.wikipedia.org/wiki/Karyogramm#/media/File:DNA_human_male_chromosomes.gif

Abbildungen zum autosomal-rezessiven und autosomal-dominanten Erbgang: Kuebi = Armin Kübelbeck – own work, people taken from Image: Autorecessive.svg made by en:User:Cburnett, made with InkScape. PNG-File derived from SVG master, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Autodominant_01.pnghttps://commons.wikimedia.org/wiki/File:Autodominant_01.png#/media/File:Autorecessive_01.png
Abbildung zur X-chromosomal-dominanten De Novo Mutation: Noah Rusch, mit Gimp zusammengestellt und ergänzt aus zwei Abbildungen (https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3755086#/media/File:X-chromosomal-dominant-Vater.png und https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3755086#/media/File:X-chromosomal-dominant-Mutter.png) von Kuebi = Armin Kübelbeck, CC BY-SA 3.0

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