Untersuchung von Mitochondrien und Lysosomen bei BPAN

by | 20. Dezember 2025

Dr. Mario Mauthe vom University Medical Center Groningen (Niederlande) hat ein Forschungsprojekt zu den zellulären Ursachen von BPAN abgeschlossen. Die Anschubfinanzierung in Höhe von 30.000 USD wurde von der NBIA Disorders Association (USA) bereitgestellt. Dieser Betrag wurde durch das Orphan Disease Center (Zentrum für Seltene Erkrankungen) der University of Pennsylvania im Rahmen des „Million Dollar Bike Ride“ 2023 verdoppelt, sodass für das Projekt ein Gesamtbudget von 60.000 USD zur Verfügung stand.

Mario Mauthe, Ph.D., University Medical Center Groningen, Niederlande

Die Studie untersuchte an Zellen, welche biologischen Prozesse durch das Fehlen des WDR45-Proteins gestört werden. Besonderes Augenmerk wurde auf die vermehrte und verminderte Produktion von Proteinen und das Zellwachstum gelegt. Ein weiterer Fokus war die Funktion des Zellrecyclings und das Zusammenspiel verschiedener Zellbestandteile.
Letztlich sollte untersucht werden, ob bereits vorhandene Wirkstoffe diese Defekte mildern können.

Zentrale Erkenntnisse:

  • Identifikation von Schwachstellen: Die Forschung bestätigt zwei wesentliche Problembereiche in den Zellen: Die Energieproduktion durch die Mitochondrien („Kraftwerke der Zelle“) ist vermindert, und die Lysosomen („Recyclingzentren der Zelle“) arbeiten aufgrund eines veränderten Säuregehalts weniger effizient.
  • Potenzielle Wirkstoffe: Das Team testete eine Auswahl bereits zugelassener und sicher handzuhabender Substanzen. Dabei wurden zwei Wirkstoffe identifiziert, die das Wachstum der untersuchten Zellen verbesserten. Einer dieser Stoffe konnte zudem die Energieproduktion der Zellen teilweise wiederherstellen.
  • Ansatz für künftige Forschung: Die Ergebnisse zeigen konkrete Ansatzpunkte für künftige Therapien auf. In weiteren Schritten soll nun geprüft werden, ob diese Substanzen auch bei reiferen Nervenzellen und patienteneigenen Zellen die gewünschte Wirkung zeigen.

Durch die Identifizierung bereits existierender Wirkstoffe liefert diese Studie eine wichtige Basis, um den Weg hin zu möglichen klinischen Anwendungen zu verkürzen.

 

Bearbeitete und gekürzte Übersetzung eines Artikels aus dem Newsletter der NBIA Disorders Association vom Dezember 2025:
https://nbiadisorders.org/news-events/nbia-newsletters/

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